Ingolstadt: Stadt und IG Metall sind sich einig in Sachen Umweltprämie

Die Corona-Krise macht der Automobilindustrie und den Zulieferbetrieben auch weiterhin zu schaffen. Eine technologieoffene Umweltprämie, auch für umweltfreundliche Verbrennungsmotoren, soll zur Erholung der Leitindustrie beitragen. Dafür haben sich jetzt Ingolstadts Oberbürgermeister sowie die IG Metall ausgesprochen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht:

Die Corona-Pandemie stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor große Herausforderungen. Gleichzeitig befindet sich der Industriestandort Deutschland in einem umfassenden Wandel: Beschäftigte und Unternehmen müssen Transformation, Klimawandel und Digitalisierung bewältigen. Am Industriestandort werden die Auswirkungen wegen der hohen Bedeutung der Automobilindustrie besonders zu spüren sein.

Unsere Region ist eine gesunde Wirtschaftsregion, mit guter Arbeit und guten Zukunftsperspektiven. Damit dies auch so bleibt, setzen sich der Ingolstädter Oberbürgermeister Dr. Christian Scharpf, die IG Metall und deren Betriebsräte besonders für eine nationale Technologiestrategie und eine technologieoffene staatliche Umweltprämie ein.

Nationale Technologiestrategie

Um den Klimawandel technologisch mitgestalten zu können, benötigen wir gezielte staatliche Förderungen für transformations- und klimarelevante Technologien. Brennstoffzellen-Technologie und synthetische Kraftstoffe sind hier exemplarisch zu nennen. In der hiesigen Projektregion für das Autonome Fahren gibt es wichtige Felder, die zu berücksichtigen sind. Sowohl im Bereich der Künstlichen Intelligenz als auch in der Sensortechnik (Bio-Sensorik, Bio-Robotik, Fahrzeugsensorik) können mit der richtigen Förderung erhebliche Potentiale genutzt werden. Nötig sind dafür der flächendeckende 5G-Netz sowie die Unterstützung von Forschung und Entwicklung. Unternehmen und Wissenschaft müssen finanziell und personell in der Lage sein, neue Technologien zeitnah zur Anwendungsreife zu bringen.

Automobilindustrie

Die Automobilindustrie ist eine elementare Säule der deutschen Wirtschaft. Kommt diese Branche nicht aus dem Tal, wird das auch dem Maschinenbau, dem Stahl, Teile der Chemie und anderen Branchen nicht gelingen – sie hängen sehr stark an den Entwicklungen dieser Leitbranche. In einem ersten Schritt sind jetzt kurzfristig wirkende Impulse notwendig, um die inländische Wirtschaft zu stimulieren. Im Konjunkturpaket der Bundesregierung mit seinen vielen guten Maßnahmen und Förderungen fehlt genau dieser kurzfristige, stimulierende Effekt für die Mobilitätswirtschaft. Nötig ist eine technologieoffene, staatliche Umweltprämie. Teil dieser Forderung ist auch die weitere finanzielle Beteiligung der Hersteller. Zudem muss eine Umweltprämie unmittelbar beschäftigungs- und produktionswirksam sein, vor allem bei den Zulieferern, und in jedem Fall nachweisbar zu einer deutlichen Senkung der CO2-Emissionswerte beitragen.

 

Übergeordnetes Ziel ist die Arbeitsplatzsicherung für die Region Ingolstadt. Anfang Oktober soll diese Position der Landesgruppe der SPD-Bundestagsfraktion erläutert werden.